E-Auto beim Arbeitgeber laden: Geldwerten Vorteil steuerfrei sichern!

7. April 2023

Mit diversen Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität soll die Umweltverträglichkeit des Personen- und Güterverkehrs gestärkt werden. Auch im Steuerrecht finden sich zahlreiche Bausteine, durch die Anreize zur Reduzierung des CO2-Ausstosses und der Schadstoffbelastungen des Straßenverkehrs geschaffen werden.

Für Fahrer eines Hybrid- oder E-Fahrzeugs ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, Steuern zu sparen — etwa, wenn sie das E-Auto beim Arbeitgeber laden. Der geldwerte Vorteil bleibt allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei. Im folgenden Beitrag informieren wir Sie über die rechtlichen Rahmenbedingungen und bringen Sie bezüglich der steuerfreien Lademöglichkeiten auf den neuesten Stand!

Betriebliche Ladesäule: E-Auto beim Arbeitgeber laden

Unter anderem stellt das Einkommensteuergesetzes (EstG) das Aufladen von Elektro- und bestimmten Hybridelektrofahrzeugen beim Arbeitgeber steuerfrei. Das bedeutet, dass der geldwerte Vorteil aus der Gewährung von Strom nicht der Einkommensteuer unterliegt. Wichtig: Dies gilt nur, wenn der Vorteil dem Arbeitnehmer zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt wird und an einer ortsfesten betrieblichen Station des Arbeitgebers oder an einer zur privaten Nutzung vom Arbeitgeber überlassenen betrieblichen Ladesäule geladen wird. Die Steuerbefreiung ist weder auf einen Höchstbetrag, noch nach der Anzahl der begünstigten Kraftfahrzeuge begrenzt.

Besondere Regelung für Dienstwagen

Eine solche Steuer-Begünstigung kann nicht nur bei privaten Fahrzeugen des Arbeitnehmers, sondern auch bei betrieblichen Hybrid- und Elektroautos des Arbeitgebers geltend gemacht werden. Nutzen Sie ein vom Arbeitgeber bereitgestelltes Elektroauto als Firmenwagen und als Privatwagen, erfolgt die Bewertung des privaten Nutzungsvorteils auch bei Hybrid- und E-Fahrzeugen durch Anwendung der sog. 1-Prozent-Regelung für Firmenwagen, wenn kein Fahrtenbuch geführt wird.

Bemessungsgrundlage ist der Brutto-Listenneupreis, der bei Elektrofahrzeugen – je nach Fahrzeugklasse – um die Hälfte oder sogar um 75 Prozent gemindert wird. Damit ergibt sich regelmäßig ein niedriger Sachbezugswert, der dazu führt, dass der Vorteil aus der Kostenübernahme des Arbeitgebers (Miet- oder Leasingraten, Versicherung, Wartung, Strom etc.) regelmäßig deutlich höher ausfällt als der zu versteuernde Betrag. Anders formuliert: Ein Elektrofahrzeug ist besonders gut geeignet, um einen möglichst hohen Anteil steuerfreier Bezüge zu generieren.

Bei elektrischen oder hybridelektrischen Dienstwagen ist der oben beschriebene Vorteil für den vom Arbeitgeber verbilligt oder unentgeltlich gestellten Ladestrom allerdings bereits abgegolten. Die besondere Steuerbefreiung wirkt sich in diesen Fällen nicht zusätzlich aus.

von Arps Aubert + Partner unterstützt die Nutzung von Fahrzeugen mit Elektro- oder Hybridantrieb und berät Sie gerne aus steuerrechtlicher Sicht. Wenn Ihre Arbeitnehmer sich dazu entscheiden, ihre E-Autos bei Ihnen als Arbeitgeber zu laden, kann der geldwerte Vorteil häufig mit steuerlichen Befreiungen verknüpft werden. Sie möchten die rechtlichen Möglichkeiten, die Ihnen das Einkommensteuergesetz (EStG) bietet, nutzen? Dann geben Sie Ihre Steuer-Angelegenheiten in erfahrene Hände und sparen Sie bei der Förderung von E-Mobilität bares Geld!

Private Ladestation des Arbeitnehmers

Gilt die Steuerbefreiung auch für den Ladestrom aus der heimischen Ladesäule?

Lädt der Arbeitnehmer sein privates Elektro- oder Hybridelektrofahrzeug an (s)einer privaten Ladevorrichtung zu Hause, scheidet im Falle der Kostenübernahme durch den Arbeitgeber eine Steuerbefreiung aus. Dies gilt übrigens auch dann, wenn das Elektroauto an öffentlichen Stationen mit Strom versorgt wird.

Wird allerdings ein betriebliches Elektro- oder Hybridelektrofahrzeug (Dienstwagen) nicht ausschließlich im Betrieb, sondern auch an einer zur Wohnung des Arbeitnehmers gehörenden Steckdose/Ladesäule aufgeladen, kann der betriebliche Nutzungsanteil an den ansonsten privaten Stromkosten grundsätzlich mit Hilfe eines gesonderten Stromzählers nachgewiesen werden. In Höhe des betrieblichen Nutzungsanteils kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die entsprechend dokumentierten Kosten im Wege eines Auslagenersatzes steuerfrei erstatten. Zum Nachweis des betrieblichen Nutzungsanteils an den ansonsten privaten Stromkosten werden Aufzeichnungen für einen repräsentativen Zeitraum von drei Monaten als ausreichend angesehen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang jedoch auch eine Vereinfachungsregelung der Finanzverwaltung: Der betriebliche Nutzungsanteil an den ansonsten privaten Stromkosten darf nämlich auch mit den lohnsteuerlichen Pauschalen angesetzt werden. Besteht beim Arbeitgeber eine zusätzliche Lademöglichkeit können jeden Monat pauschal 30 Euro für Elektrofahrzeuge und 15 Euro für bestimmte Hybridelektrofahrzeuge auf den Nutzungswert des Dienstwagens angerechnet werden. Für Fälle, in denen keine Lademöglichkeit beim Arbeitgeber besteht, erhöhen sich die Beträge sogar auf 70 Euro bzw. 35 Euro.

Entscheiden sich Arbeitnehmer dazu, ihre E-Autos beim Arbeitgeber zu laden, kann der geldwerte Vorteil im Zuge eines Auslagenersatzes von einem wesentlichen Teil der anfallenden Steuern befreit werden. Als Experten auf dem Gebiet des Steuerrechts kennen wir die steuerrechtlichen Rahmenbedingungen hinter der Nutzung und Ladung eines betrieblichen Elektro- oder Plug-In-Hybrid-Fahrzeugs. Nutzen Sie unsere Expertise zu diesem und anderen Steuerthemen.

Erwerb, Installation und Wartung einer Ladestation

Übereignet der Arbeitgeber eine betriebliche Ladestation an den Arbeitnehmer oder bezuschusst er Aufwendungen des Arbeitnehmers für den Erwerb und die Wartung einer privaten Ladevorrichtung (Wallbox), erlaubt das Gesetz eine Pauschalierung der auf diese Vorteile entfallenden Lohnsteuer mit 25 Prozent. Auch in diesen Fällen müssen die Zuwendungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erfolgen. Wird die Lohnsteuer pauschaliert, fällt keine Sozialversicherung an.

von Arps Aubert + Partner: Wir kennen alle Steuervorteile für Ihre e-Mobilität

Möchten Arbeitnehmer ihr E-Auto beim Arbeitgeber laden, kann der geldwerte Vorteil von anfallenden Steuern befreit werden. Mit unserer Expertise im Bereich des Steuerrechts helfen wir Ihnen ein nachhaltiges Erscheinungsbild Ihres Unternehmens zu schaffen und im gleichen Zuge bares Geld zu sparen. Wir unterstützen Sie in allen Steuer-Fragen der Förderung von Elektromobilität und energetischen Maßnahmen. Auch im Bereich “E-Bike & Steuern” unterstützen wir Sie mit unserer langjährige Erfahrung und einer professionellen Lohnkostenoptimierung. Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf — wir beraten Sie gerne!

Weitere Infos zur steuerlichen Förderung der Energiewende finden Sie hier.

Weiterlesen

Weitere Artikel
zum Thema »Unternehmen«

Steuerliche Forschungszulage: Geld für Erfinder!

Seit Beginn des Jahres 2020 hat der Gesetzgeber, für viele unbemerkt, die steuerliche Forschungszulage neu geregelt. Für viele Firmen kann sich daraus eine interessante ...

Inflationsausgleichsprämie: Bis zu 3000 Euro steuerfrei!

Rückwirkend ab 1. Oktober 2022 kann der Arbeitgeber eine Inflationsausgleichprämie von bis zu 3.000 Euro zahlen, die weder der steuer- noch sozialversicherungspflichtig ...

E-Bike & Steuern: Fahrrad fahr'n und Steuern spar'n

Insbesondere die verkehrliche Situation im städtischen Raum zwingt immer mehr Menschen in Mobilitätsfragen zum Umdenken. Dies betrifft auch Unternehmer. Wir erklären Ihnen, ...

Betriebsrente durch Entgeltumwandlung: Arbeitgeberzuschuss nun Pflicht!

Ab Januar 2022 muss jeder Arbeitgeber, der eine Entgeltumwandlung über eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds durchführt und dabei Sozialversicherungsbeiträge ...

Start Ups: Mitarbeiter steueroptimal beteiligen

Die Vermögensbeteiligung von Mitarbeitern kann einen wesentlichen Beitrag zur Bindung der besten Köpfe an Ihr Unternehmen und zur Verbesserung der Produktivität leisten. ...

Betriebsfeier absetzen - alle Jahre wieder...!

Nachdem die meisten Weihnachtsfeiern im letzten Jahr coronabedingt ausgefallen sind, dürfte es in vielen Betrieben dieses Jahr wieder etwas geselliger werden. Damit das ...

Maß halten!

Nicht selten wird in den Betriebsprüfungen über das Geschäftsführergehalt diskutiert. Für dessen Angemessenheit gibt es keinen eindeutigen Wert. Damit Sie trotzdem nicht ...

Umsatzsteuer-Änderungen 2021: Das ändert sich für Online-Händler ab 1. Juli

Ab 1. Juli 2021 gelten vollkommen neue Regelungen bei der Umsatzsteuer für den EU-Online- und Versandhandel. Lesen Sie hier, was künftig bei Lieferungen an Privatpersonen ...

Wichtiges zur Umsatzsteuer ab 2021

In 2021 treten zahlreiche und grundlegende Änderungen im Bereich der Umsatzsteuer in Kraft.

Geschenke, Betriebsveranstaltungen, Verpflegungspauschalen: Lohnbuchführung 2020 prüfen!

Es gibt zahlreiche Sachverhalte, denen man auf den ersten Blick nicht ansieht, dass diese im Rahmen der Lohnabrechnung zu berücksichtigen sind. Zur Vermeidung von Nachteilen ...

Corona-Überbrückungshilfe

Informieren sie sich jetzt in unserem Blog über die Beantragung der Überbrückungshilfe, um ihr Unternehmen in der Corona-Zeit abzusichern!

Corona: Kurzarbeitergeld auch für Ärzte und Zahnärzte

Durch Weisung vom 7. Mai 2020 hat die Bundesagentur für Arbeit klargestellt, dass Ärzte, Zahnärzte und sonstige Leistungserbringer Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben, nicht ...

Corona: Soforthilfe - (un)berechtigt beantragt?!

Nicht jeder, der einen Antrag auf Soforthilfe gestellt hat, war auch dazu berechtigt. Die Voraussetzungen sollten spätestens jetzt nochmals geprüft werden und ggf. zu Unrecht ...

Corona: Soforthilfe für Berliner Kultur und Medienunternehmen

Kultur- und Medienunternehmen stehen aufgrund der Corona-Pandemie vor besonderen Herausforderungen. Das Land Berlin stellt für diese Unternehmen Zuschüsse bis zu EUR 25.000 ...

Corona: Rückzahlung von Vorauszahlungen 2019 und Umsatzsteuersenkung für Gastronomiebetriebe

Die Koalitionspartner haben am 22. April 2020 weitere Maßnahmen zur wirtschaftlichen Bewältigung der Corona-Krise beschlossen.

Corona: Kurzarbeitergeld - Alles Wichtige zur Antragstellung

Der Koalitionsausschuss hat eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes beschlossen.

Corona: Der neue KfW-Schnellkredit mit 100 Prozent Haftungsfreistellung

Corona: Das müssen Sie jetzt wissen

Informationen und Links rund um das Corona-Virus

Corona: Unternehmen in Not - So hilft der Staat

Zur Bewältigung der Corona-Krise stellt der Staat umfangreiche Instrumente zur Sicherung der Liquidität von Unternehmen bereit.

Betriebswirtschaftliche Beratung durch Steuerberater

Nutzen Sie unseren Blick von außen zur Beantwortung betriebswirtschaftlicher Fragen.

Minijobs - Tickende Zeitbombe für Arbeitgeber?!

Angesichts von Mindestlohn und Teilzeitgesetz entwickeln sich Minijobs für Arbeitgeber zunehmend als Risikofaktor bei Betriebsprüfungen.

Unternehmensverkauf: Steuern bei Betriebsveräußerung

In der eigenen Firma, Praxis oder Kanzlei steckt oft das ganze Leben. Sie haben viel Zeit und Kraft investiert. Sie haben Ihre Selbständigkeit durch Höhen und Tiefen geführt. ...

Finanzbuchführung

Die Finanzbuchführung ist der wesentliche Teil des betrieblichen Rechnungswesens.

Jahresabschlüsse und Gewinnermittlungen

Wir unterstützen Sie bei der Aufstellung der gesetzlichen Jahresabschlüsse und Gewinnermittlungen.

Mehr Netto vom Brutto

Besonderes Augenmerk legen wir auf den Bereich Personalwirtschaft.

Unternehmensbewertung

Ein Unternehmen ist das wert, was dafür bezahlt wird?

Steuerberatung

Als Unternehmer haben Sie zahlreiche steuerliche Deklarations- und Anzeigepflichten zu erfüllen.

Unseren Blog können Sie auch via RSS empfangen, abonnieren und lesen.

Bloggerei.de