Alle Jahre wieder...!

23. Oktober 2021

Nachdem die meisten Weihnachtsfeiern im letzten Jahr coronabedingt ausgefallen sind, dürfte es dieses Jahr wieder etwas geselliger werden. Damit das Finanzamt nicht unnötig mitfeiert, hier ein paar Hinweise zur steuerlichen Behandlung Ihrer Weihnachtsfeier.

Weihnachtsfeiern zählen zu den Betriebsveranstaltungen, wenn der Teilnehmerkreis überwiegend aus Betriebsangehörigen, deren Begleitpersonen oder Leiharbeitnehmern bestehen. Die anlässlich einer Feier vom Arbeitgeber geleisteten Zuwendungen bleiben mit dem Betrag von 110 Euro pro Mitarbeiter steuer- und sozialversicherungsfrei. Diesen Freibetrag kann der Arbeitgeber für zwei Veranstaltungen pro Jahr in Anspruch nehmen, ab der dritten Veranstaltung wird besteuert. Voraussetzung für die Steuerbefreiung ist, dass die Veranstaltung allen Arbeitnehmern angeboten wird.

Zur Ermittlung des Freibetrages werden alle Aufwendungen der Veranstaltung einschließlich der Umsatzsteuer zusammengerechnet. Dazu zählen beispielsweise:

  • Bewirtungskosten, Trinkgelder
  • Reise- und Fahrtkosten,
  • Eintrittsgelder
  • Saalmieten
  • Unterhaltung, Musik
  • übliche Geschenke, die anlässlich der Feier übergeben werden

Diese Aufwendungen werden nun auf die teilnehmenden Mitarbeiter aufgeteilt. Begleitpersonen zählen nicht gesondert, sondern werden dem jeweiligen Arbeitnehmern zugeordnet. Bleiben eingeplante Arbeitnehmer der Veranstaltung fern, zum Beispiel wegen Krankheit, sind die Kosten auf die anwesenden Teilnehmer aufzuteilen. Damit steigt der Aufwand je Teilnehmer, was zu einem Überschreiten des Freibetrages führen kann.

Beispiel: Im Unternehmen arbeiten 25 Arbeitnehmer und alle werden zur Weihnachtsfeier eingeladen. Die geplanten Kosten der Veranstaltung betragen 2.750 Euro. Damit bleiben die Kosten im Rahmen des Freibetrages. Jedoch kommen drei Mitarbeiter nicht zur Feier. Der Freibetrag wird nun um je 15 Euro, insgesamt 330 Euro, überschritten.

Der den Freibetrag übersteigende Betrag unterliegt grundsätzlich der Lohnsteuer und Sozialversicherung.

Damit nicht der einzelne Arbeitnehmer die Besteuerung tragen muss, kann dies der Arbeitgeber pauschal übernehmen. Diese Möglichkeit gibt es für den die 110 Euro übersteigenden Betrag oder den Aufwand ab der dritten Veranstaltung. Die pauschale Lohnsteuer dafür beträgt dafür 25%.

Wichtig: Bei der pauschalen Versteuerung bleiben die Beträge sozialversicherungsfrei, wenn die Besteuerung innerhalb des Entgeltabrechnungszeitraumes erfolgt. Dass heißt, nur bei Anmeldung der pauschalen Lohnsteuer bis spätestens 28.2. des Folgejahres kann eine Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung erreicht werden.

Besonderheit: Bleiben die Aufwendungen innerhalb des 110 Euro-Freibetrages, gilt die Veranstaltung als im überwiegend betrieblichen Interesse ausgeführt. Sofern der Unternehmer grundsätzlich vorsteuerabzugsberechtigt ist, können aus den Kosten die Vorsteuern geltend gemacht werden. Wird der Freibetrag überschritten, überwiegt bei der Einordnung der Veranstaltung nicht mehr das betriebliche Interessen. Die Aufwendungen der Veranstaltungen werden dem privaten Bedarf des Arbeitnehmers zugerechnet und dafür ist der Vorsteuerabzug ausgeschlossen.

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