Wichtige Steueränderungen 2020/2021

29. Dezember 2020

Selten war der Gesetzgeber im Bereich der Steuergesetzgebung so aktiv wie im Coronajahr 2020. Zahlreiche Neuregelungen betreffen bereits das Jahr 2020, andere gelten ab 2021. Die wichtigsten Änderungen haben wir nachfolgend für Sie zusammengefasst.

Bereits für 2020 gelten folgende Änderungen:

Liegt kein häusliches Arbeitszimmer vor oder wird auf einen Abzug der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer verzichtet, kann der Steuerpflichtige für jeden Kalendertag, an dem er seine betriebliche oder berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausübt und keine außerhalb der häuslichen Wohnung belegene Betätigungsstätte aufsucht, für seine gesamte betriebliche und berufliche Betätigung einen Betrag von 5 EUR abziehen, höchstens 600 EUR im Jahr. Diese Homeoffice-Pauschale wird in die Werbungskostenpauschale eingerechnet und nicht zusätzlich gewährt.

Gewerbetreibende und Selbständige dürfen einen Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibungen bilden, wenn der Gewinn vor Bildung 200.000 EUR (bisher 100.000 EUR) nicht übersteigt. Andere Bezugsgrößen entfallen. Außerdem werden die begünstigten Investitionskosten von 40 auf 50 % angehoben. Für die Inanspruchnahme bleibt es bei der Erfordernis, dass das Wirtschaftsgut fast ausschließlich betrieblich genutzt werden muss.

Als steuerlicher Investitionsanreiz wurde die degressive Abschreibung (AfA) für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit dem 2,5-fachen der Normalabschreibung, maximal 25 % Prozent pro Jahr, in den Steuerjahren 2020 und 2021 wiederbelebt. Weitere Einzelheiten erfahren Sie in unserem Video: 

Die Höchstbetragsgrenzen beim Verlustrücktrag werden für Verluste der Veranlagungsjahre 2020 und 2021 von 1 Mio. EUR auf 5 Mio. EUR bei Einzelveranlagung und von 2 Mio. EUR auf 10 Mio. EUR bei Zusammenveranlagung angehoben. Mit welchem Trick eine frühzeitige Nutzung bereits im Rahmen der Steuererklärung 2019 möglich ist, erklären wir Ihnen in unserem Video:

Ab 2021 greifen folgende Änderungen:

Der Solidaritätszuschlag wurde bisher nur erhoben, wenn die tarifliche Einkommensteuer den Betrag von 972 EUR / 1.944 EUR (Einzel-/Zusammenveranlagung) übersteigt. Diese Freigrenze wird nun auf 16.956 EUR / 33.912 EUR (Einzel-/Zusammenveranlagung) angehoben. Auf die Körperschaftsteuer und Kapitalertragsteuer wird der Solidaritätszuschlag weiterhin wie bisher erhoben. Ob diese Ungleichbehandlung bzw. die Weitererhebung auf höhere Einkommen verfassungsrechtlich haltbar ist, darf bezweifelt werden.

Die Entfernungspauschale für Berufspendler wird auf 35 Cent ab dem 21. Kilometer erhöht. Damit soll die sich durch die CO2-Bepreisung ergebende Erhöhung der Aufwendungen für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte teilweise ausgeglichen werden. Für Pendler, die mit ihrem zu versteuernden Einkommen innerhalb des Grundfreibetrags liegen, wird die Möglichkeit geschaffen, alternativ zu den erhöhten Entfernungspauschalen ab dem 21. Entfernungskilometer eine Mobilitätsprämie in Höhe von 14 Prozent dieser erhöhten Pauschale zu beantragen.

Die Behinderten-Pauschbeträge werden verdoppelt. Außerdem wird ein behinderungsbedingter Fahrtkosten-Pauschbetrag eingeführt.

Der Pflege-Pauschbetrag bei der Pflege von Personen mit den Pflegegraden 4 und 5 wird erhöht (von 924 EUR auf 1.800 EUR). Außerdem wird ein Pflege-Pauschbetrag bei der Pflege von Personen mit den Pflegegraden 2 (600 EUR) und 3 (1.100 EUR) eingeführt.

Der Übungsleiterfreibetrag wird von 2.400 EUR auf 3.000 EUR erhöh

Der steuerliche Grundfreibetrag und die** Leistungen für Kinder** werden erhöht. Der Grundfreibetrag steigt zum 1.1.2021 auf 9.744 EUR, der Höchstbetrag für den Abzug von Unterhaltsleistungen analog. Ab dem 1.1.2022 ist eine weitere Anhebung auf 9.984 EUR vorgesehen. Der Kinderfreibetrag wird auf 2.730 EUR erhöht. Das monatliche Kindergeld wird um 15 EUR pro Kind erhöht.

Vom 1.7.2020 bis zum 31.12.2020 wurde ist der Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf 16 Prozent und für der ermäßigten Satz von 7 Prozent auf 5 Prozent gesenkt worden. Ab dem 1.1.2021 gelten wieder 19 bzw. 7 %. In der Gastronomie gilt bis zum 30.6.2021 für erbrachte Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen weiterhin der ermäßigte Mehrwertsteuersatz. Wichtige Informationen zum Steuersatzwechsel finden Sie hier:

Schließlich wurde die Frist für die Auszahlung der steuerfreien Corona-Beihilfe 2020 bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Arbeitgeber können Beschäftigten Corona-Sonderzahlungen bis zu insgesamt 1.500 EUR steuerfrei auszahlen. Die Fristverlängerung führt aber nicht dazu, dass eine Corona-Beihilfe im ersten Halbjahr 2021 nochmals in Höhe von 1.500 EUR steuerfrei bezahlt werden kann. Worauf zu achten ist, haben wir Ihnen in einem separaten Blog-Beitrag zur Corona-Prämie dargestellt.

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